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Ankerplatz bietet Sicherheit und Geborgenheit - Neues Zuhause für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Hoch über den Dächern von Hürth-Kalscheuren sprach Zimmermann Tobias Schwind den traditionellen Richtspruch, bevor er gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Breuer, ASB-Geschäftsführer Johannes Thormann und GWG-Geschäftsführer Klaus Pelzer das Glas erhob und das Neubauprojekt der GWG Rhein-Erft in der Ursulastraße hochleben ließ.

„Wir freuen uns sehr, dieses Projekt hier realisieren zu können!“, so Klaus Pelzer, bevor er selber als erster zum Hammer greifen und nach alter Sitte einen der letzten Nägel in den Dachstuhl schlagen durfte.

Acht Monate nach dem ersten Spatenstich steht der Rohbau für ein ganz besonderes Projekt, das für alle Beteiligten mit viel Herzblut verbunden ist. Für die Errichtung zeichnet die GWG Rhein-Erft verantwortlich, den Betrieb des dreigeschossigen Gebäudes wird nach der Fertigstellung der Arbeiter-Samariter-Bund Rhein-Erft übernehmen.

Der Neubau wird das Zuhause für Menschen mit seelischer Erkrankung, die derzeit noch im „Haus Kendenich“ in der Buschstraße in Hürth-Kendenich wohnen und von Beginn an in den Planungsprozess miteingebunden waren. Dabei war ein wichtiger Grundsatz des Konzeptes, den BewohnerInnen ein nahezu normales Leben zu ermöglichen.

Aus rund 300 Ideen für den Namen des neuen Domizils entschieden sich die BewohnerInnen und Mitarbeitenden in einem gemeinsamen Prozess für den „Ankerplatz“. „Für die Bewohnerinnen und Bewohner steht der Name für Ankommen und Sicherheit, aber auch für Entfaltungsmöglichkeiten“, so Sabine Becker, Leitung der Einrichtung. Träger und Mitarbeitende freuen sich auf die neue Immobilie, die durch ihren hohen Standard an Wohnqualität modernes und innovatives Wohnen, aber auch individuelles Arbeiten mit den BewohnerInnen ermöglicht.

„Der Ankerplatz wird den BewohnerInnen ein Zuhause bieten, das zu ihren speziellen Bedürfnissen und Lebenssituationen passt“, erklärt Sabine Becker. Es entstehen zehn stationäre Plätze, verteilt auf zwei Wohngruppen, für den intensiveren Assistenzbedarf.

Alle BewohnerInnen werden jeweils ein Mikroappartement mit Miniküche und eigenem Bad beziehen. Darüber hinaus gibt es den Anschluss an Gemeinschafts-wohnküchen, einen Mehrzweckraum, sowie ein modernes Tagesstrukturangebot. Im zweiten Stock des Hauses entstehen vier Appartements für die ambulante Betreuung zudem ein Beratungsbüro. Für langjährige BewohnerInnen des Haus Kendenich wird so der oft angstbesetzte Schritt in die eigene Wohnung erleichtert.  

„Ich freue mich über die Chance, dass ich nach 30 Jahren in Haus Kendenich im neuen Haus meine erste eigene Wohnung beziehen kann und trotzdem noch mit allen anderen unter einem Dach lebe. Das gibt mir Sicherheit. Ohne das neue Haus hätte ich diese Chance nie gehabt“, so eine Bewohnerin.

Johannes Thormann, Geschäftsführer des ASB, zeigt sich begeistert, direkt im ersten Jahr seines Wirkens mit einem solchen Projekt betraut zu sein und lobt die trotz schwieriger Rahmenbedingungen so gelungene Zusammenarbeit mit der GWG Rhein-Erft: „Wir haben mit der GWG eine Investorin und Partnerin gefunden, der das Haus wirklich am Herzen liegt. Es wäre nie so entstanden, wenn nicht alle Beteiligten dieses Projekt zu 100% unterstützt hätten.“

Sabine Becker ergänzt: „Nach langwieriger Planung fühlt es sich jetzt endlich real an und wir können den Einzug kaum erwarten.“

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KSTA vom 03.12.2022